Freitag, 5. Oktober 2018

Sardinien - Die vielleicht schönste Insel Italiens...

Dreimal kam ich schon in den Genuss, dieses wildromantische Paradies zu bereisen. Und obwohl ich dort schon viele weitläufige Strände, einsame Buchten, gewaltige Gebirge und kleine Dörflein bestaunt habe, gibt es immer noch so unendlich viel Neues zu entdecken! Sardinien ist und bleibt einfach einzigartig.

In diesem Artikel habe ich einige interessante Fakten rund um die schöne Insel und ihre Sehenswürdigkeiten zusammengefasst!





Nach Sizilien ist Sardinien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Etwa 202 km trennen sie vom italienischen Festland. Damit liegt Sardinien mit 185 km Entfernung geografisch ein Stück näher an Tunesien, als an Italien. Die Insel hat eine Fläche von 24.090 km² und erinnert in ihrer Form so manchen an einen riesigen Fußabdruck. Schon früher nannten die Euboier und die Griechen sie deshalb "Ichnôussa" und "Sandalyon". Die Hauptstadt Cagliari liegt im Süden der Insel.

Sardinien ist in 5 Provinzen (Sassari, Oristano, Nuoro, Süd-Sardinien und Cagliari) unterteilt. Zudem sind der Insel zahlreiche kleinere Inseln vorgelagert: Asinara, La Maddalena, Mal di Ventre, Ogliastra, Cavoli, Serpentara, sowie der Sulcis-Archipel mit den Inseln San Pietro, Sant´Antioco, Isola il Toro und Isola la Vacca 


Blick auf das Supramonte-Gebirge
Einschließlich dieser vorgelagerten Inseln erreicht Sardinien eine Küstenlänge von fast 1850 Kilometern. So ist es nicht verwunderlich, dass jedes Jahr zahlreiche Urlauber ihre Ferien hier verbringen. Zu den bekanntesten und meist besuchten Küstenabschnitten zählen die im Nordosten gelegene Costa Smeralda, sowie die im Südosten gelegene Costa Rei. Die gesamte Insel gilt als Naturoase, in der tausende seltener Tiere und Pflanzen ihr Zuhause haben. So kann man auf Sardinien zum Beispiel die weißen Asinara-Esel, Rosaflamingos und Giara-Pferde entdecken. Letztere sind eine verwilderte Kleinpferderasse, die ausschließlich hier zu finden ist.


Nur eine von vielen Traumbuchten: Die Cala Mariolu
Neben zahlreichen feinen Sandstränden und einsamen Buchten mit kristallklarem Wasser steht Sardinien der Karibik in nichts nach. Zusätzlich wird die Insel auch von gigantischen Bergen, geheimnisvollen Grotten und einer schroffen Natur geprägt. 

Glaubt man der sardischen Ursprungsgeschichte, so hatte der liebe Gott nach der Erschaffung der Erde von all ihren Schönheiten noch etwas übrig. Diese nahm er, streute sie zusammen auf einen Fleck ins Meer und gab der Insel ihren heutigen Namen.





Auch der italienische Dichter und Musiker Fabrizio Cristiano De Andrè sagte einst: "Das Leben auf Sardinien ist vielleicht eines der besten, das sich ein Mensch vorstellen kann: 24.000 km² Wald, Land und Küsten, eingetaucht in ein wunderschönes Meer, sollten etwa dem entsprechen, was ich Gott vorschlagen würde für unser Paradies.". Es gibt sogar einige Theorien, wonach Sardinien das geheimnisvolle Inselreich "Atlantis" aus der bekannten Legende sein soll. Wer die Schönheit der Insel mit eigenen Augen gesehen hat, der wird all diese Thesen nachvollziehen können.


 
Zu einigen gern besuchten Sehenswürdigkeiten zählen:


 


Letztere sind prähistorische Turmbauten aus Steinklötzen, die der Form eines Bienenstocks ähneln. Sie stammen von einer antiken, wenig erforschten Kultur. In der Gemeinde Barumini kann man eine der am besten erhaltenen Groß-Nuraghen besuchen.  


Lecker! Tomaten mit Ricotta Salata
Was die sardische Küche betrifft, so war diese zunächst ausschließlich mit der Bauern- und Hirtenkultur verbunden und hat sich erst später auf die Gerichte der Fischer mit verschiedenen Spezialitäten aus dem Meer ausgeweitet. Damals, als die Hirten mit ihren Herden viel Zeit auf den Weiden verbrachten, mussten einfache und nahrhafte Speisen her, die sich ohne großen Aufwand transportieren ließen und den teils sehr hohen, teils sehr niedrigen Temperaturen standhalten konnten. Deshalb besteht die sardische Küche noch heute aus verschiedenen Käsesorten wie z. B. Pecorino oder Ricotta Salata, diversen getrockneten Wurstwaren und einem ganz bestimmten Brot: Dem Pane Carasau.


Das Pane Carasau
Es ist hauchdünn und sehr knusprig. Pur erscheint es im ersten Moment vielleicht etwas trocken. Mit Tomatensoße bestrichen und geschichtet, und anschließend mit einem darüber geschlagenen Ei in der Pfanne gebraten, ist es jedoch ein abwechslungsreiches und beliebtes Mittagessen der Sarden. Auch Spanferkel, Culurgiones, Seadas (auch Sebadas genannt), Zuppa Gallurese und Bottarga zählen zu den bekanntesten Speisen der Insel. Diese und weitere regionale Gerichte sind übrigens in diesem Artikel näher erläutert.


Mirto, erhältlich in weiß und in rot
Zu den regionstypischen Getränken gehören unter anderem der sardische Schnaps Mirto, der aus der Pflanze der Myrte hergestellt wird, sowie das Bier "Ichnusa". Aber auch verschiedene Weinsorten erfreuen die Gaumen der Feinschmecker.

Da auf Sardinien pro Monat mindestens ein Fest stattfindet, wird das italienische Eiland auch gern als "Insel der tausend Feste" bezeichnet. Ganze Ortschaften werden hierfür liebevoll mit bunten Girlanden geschmückt und die ganze Nachbarschaft kommt zusammen. Dann wird meist mehrere Tage lang ausgelassen zusammen gefeiert. 




Mit einer Flugzeit von etwa 2 Stunden können die in Olbia und Cagliari gelegenen Flughäfen von Deutschland aus erreicht werden. In Alghero befindet sich ein weiterer Flughafen, Direktflüge nach dorthin werden von Deutschland aus allerdings kaum angeboten.

 
Hotelsünden haben sich auf Sardinien zum Glück nicht durchsetzen können. Umso größer ist das Angebot an Ferienwohnungen und -häusern. Diese sind meist in unmittelbarer Nähe zum Meer gelegen oder befinden sich inmitten unberührter Natur. Gerade im Hinterland gibt es zudem zahlreiche Agriturismi, in denen man die Atmosphäre Sardiniens am besten aufnehmen, und die vielfältige regionale Küche auf ganz besondere Art und Weise genießen kann.

Autofahren ist im Gegensatz zum italienischen Festland fast schon eine Leichtigkeit auf der Insel. Die gut ausgebauten, kurvigen Straßen schlängeln sich durch das größtenteils ursprünglich gebliebene Paradies und ziehen aus diesem Grund auch etliche Motorradfahrer an. Achtung ist allerdings vor jeder Kurve geboten, denn oftmals verbergen sich Schafe, Ziegen, Kühe, Esel oder Schweine dahinter.


 
Die sardische Flagge ist weiß und zeigt ein rotes Kreuz mit vier schwarzen Köpfen. In früheren Darstellungen trugen diese eine Augenbinde, heutzutage werden sie jedoch immer häufiger mit einem Stirnband abgebildet. 

Um den Ursprung und die Bedeutung der auffälligen Fahne  ranken sich zahlreiche Theorien und Geschichten. Relativ wahrscheinlich ist, dass das Georgskreuz für die seinerzeitige Befreiung der Sarazenen steht. Eine weitere Theorie besagt, die Flagge sei der Insel im Jahre 1015 vom Papst persönlich zugesprochen worden. Eine wieder andere Erklärung stützt sich darauf, dass sie auf die Krone von Aragon zurück geht und die vier Köpfe die spanischen Befreiungskämpfe von den afrikanischen Besatzern symbolisieren. 




Keine 40 km von Cagliari entfernt liegt Nora, die wahrscheinlich älteste Stadt Sardiniens. Auf einer schmalen Halbinsel gelegen, sind Teile der einstigen Siedlung längst im Meer versunken. Die Wellen reichen bis an die antiken Thermen heran und holen sich bis heute weitere Teile dieser historischen Hinterlassenschaften. Aus der phönizischen Gründungszeit der Stadt um das 9. Jahrhundert v. Chr. ist somit nicht viel erhalten geblieben. Verschont wurde unter anderem ein Theater, sowie einige Tempel und Privatvillen mit gut erhaltenen Mosaikfußböden. Seit ein paar Jahren darf die Fundstätte nur noch mit einem dafür ausgebildeten Begleiter besucht werden. 

Auch der Westen verfügt mit Tharros über eine sehenswerte, antike Stadt. Ihre Überreste befinden sich auf dem südlichen Zipfel der Sinis-Halbinsel, welche stellenweise nur 100 Meter breit ist. Man kann die Ruinen von Tharros mit oder ohne Führung besichtigen, oder aber die Stufen zum Torre di San Giovanni erklimmen und von dort aus einen Blick auf die alten Gemäuer und auf die umliegende, schroffe Küste werfen.


Blick in die Tiefen des Marmorsteinbruchs
Sardinien ist außerdem bekannt für seine riesigen Marmorsteinbrüche im Osten der Insel. Mehr als zwanzig Firmen sollen hier mittlerweile Marmor abbauen, welcher im Anschluss sowohl in den umliegenden Hotels und Häusern verbaut, als auch in großen Mengen ins Ausland transportiert wird. Vier von fünf Blöcken Marmor sollen demnach nach Asien, Russland und in die arabischen Länder verschifft werden. Die imposanten Steinbrüche können zwar nicht offiziell besichtigt werden, jedoch kann man von außen rund um die Uhr einen Blick in die riesigen Krater werfen, wo tagsüber mehrere hundert Menschen ihrer Arbeit nachgehen. 



Neben dem sardischen Dialekt wird auf der Insel italienisch, und in der Stadt Alghero übrigens auch katalanisch gesprochen. Ein buntes Gewirr an Sprachen also, aus dem man nicht immer ganz schlau wird. ;)

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