28 Oktober 2018

Sa Petra Istampata - Ein mystischer Ort wie im Märchen

Sardinien verfügt über unzählige atemberaubende Plätze. Gerade der Osten der Insel hat landschaftlich viel zu bieten. Erst vor kurzem habe ich dort ein weiteres Naturwunder entdeckt: Sa Petra Istampata, ein gigantisches Felsloch inmitten üppiger Natur.

Was den Ort so besonders macht und wie man dorthin kommt, erfahrt ihr in diesem Artikel!



Es ist Mitte September 2018. Dicke Regentropfen prasseln auf die Fensterbank meines Appartements in Orosei. An Sonne, Strand und Meer ist an diesem Morgen nicht zu denken und so muss eine Alternative her. Die Wahl fällt auf den nahe gelegenen Monte Tuttavista: Den Berg mit der "Sicht auf alles". Hier soll sich irgendwo ein geheimnisvolles Steintor befinden, das ich noch nicht kenne. Also, nichts wie hin!


An dieser Tafel biegt ihr rechts ab
Der Weg führt zunächst über die SS 125 in Richtung Cala Gonone. Hat man den riesigen Marmorsteinbruch passiert, folgt auf der rechten Seite eine unscheinbare Abzweigung. Ausgeschildert sind dort weder der Monte Tuttavista, noch das Felstor und auf den ersten Blick scheint es, als würde die Abzweigung mitten in das Gewerbegebiet hineinführen. Die Straße verläuft jedoch parallel. Nach etwa 2 Kilometern befindet sich rechterhand ein Parkplatz. Hier weist nun auch ein Schild auf das geheimnisvolle Felsloch hin. Der Weg hinter dem geöffneten Tor führt auf den Berg hinauf und schlängelt sich in rasanten Serpentinen durch die grüne Natur.


Auf Wanderfreunde wartet ein recht steiler Aufstieg. Seid ihr eher gemütlicher Natur, könnt ihr dem Pfad mit dem Auto folgen. 

Nach einigen Minuten kommt man an einem kleinen Halteplatz vorbei, der - warum auch immer - den Namen "Afghanistan" trägt. Bis zu dem Felsloch sind es allerdings noch 5 weitere Kurven: An der nächsten Haltebucht seid ihr dann richtig. Ein schmaler Schotterweg führt von hier aus direkt zu dem Felstor und bietet während des kleinen Spaziergangs eine unbeschreiblich schöne Sicht auf die umliegenden Täler. 



Unterwegs duftet es herrlich nach Pinien und wild wachsendem Salbei. Scheue Eidechsen beobachten die Besucher aus dunklen Steinspalten und wer aufmerksam ist, entdeckt während der kurzen Wanderung auch diese wundersamen roten Pilze.


Es dauert nicht lange, ehe das imposante Felsloch in einiger Entfernung auftaucht. Die Welt scheint an diesem Ort vollkommen stillzustehen. Außer ein paar vereinzelten Kuhglocken, die man je nachdem wie der Wind steht aus der Ferne vernehmen kann, ist es hier mucksmäuschenstill. 

Teilweise ist es so ruhig, dass man meint, die Schläge der vielen umherfliegenden Schmetterlinge hören zu können. Folgt ihr dem Pfad bis zum Ende, so gelangt ihr an ein Holztor. Das dort angebrachte Schild verbietet nicht den Durchgang, sondern weist auf die Gefahr hin, die hinter dem Felstor lauert.
 
Unmittelbar danach geht es nämlich steil bergab in die Tiefe. Vor allem an regnerischen Tagen, wenn dichte Wolken und Nebelschwaden durch das geheimnisvolle Tor des etwa 40 Meter hohen Felsens ziehen, ist absolute Vorsicht geboten.



In den Abendstunden taucht die untergehende Sonne das Felstor und die umliegende Natur in ein unbeschreiblich schönes Licht. Mit Blick auf die orangerot gefärbte Landschaft kann man sich hier bestens entspannen und einfach die Seele baumeln lassen. Danach sollte man sich allerdings sputen, denn hier oben gibt es keine einzige Lichtquelle und es ist kein Vergnügen, die etwa 430 Schritte im Dunkeln zurückzulaufen.





Während viele Plätze der Insel zu dieser Jahreszeit noch gut besucht waren, grenzte es hier schon fast an ein Wunder, auf andere Touristen zu stoßen. Sa Petra Istampata hat mich persönlich so beeindruckt,  dass ich jeden Tag meines Urlaubes einige Minuten hier verbracht habe. Auch eines meiner Liebesschlösser habe ich dort oben angebracht - Aber das ist eine andere Geschichte. ;) 

Übrigens gibt es auf dem Monte Tuttavista noch mehr zu sehen. So zum Beispiel die Statua bronzea del Cristo, eine 12 Meter hohe, aus Bronze gefertigte Christus-Statue.



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