Sonntag, 10. November 2019

Piave DOP - Genuss aus den Dolomiten

Der Piave DOP gilt als Juwel unter den italienischen Käsesorten. Auch in Deutschland erfreut er sich immer größerer Beliebtheit.

In diesem Artikel erfahrt ihr mehr über das besondere Produkt aus dem Norden Italiens! (Der Artikel enthält unbezahlte Werbung)




Obwohl er mittlerweile auch hierzulande vermehrt in den Supermärkten erhältlich ist, kannte ich den italienischen Hartkäse bisher nicht. Erst bei meinem Besuch der Anuga kam ich in den Genuss, ihn zu probieren. Aber der Reihe nach! Beginnen wir mit den Daten und Fakten der in Deutschland noch recht unbekannten Delikatesse!



Das Produkt

Der Piave DOP ist ein aus Kuhmilch bestehender Hartkäse, der seit 1960 im nördlichsten Teil der Region Venetien hergestellt wird. Benannt wurde er nach dem gleichnamigen Fluss, der durch die verträumte Provinz Belluno fließt. Beginnend in den Dolomiten, schlängelt er sich durch verschiedene Täler, ehe er schließlich das Gebiet Treviso erreicht. Es sind unter anderem die besonderen klimatischen Bedingungen, die dem Käse seinen intensiven und kräftigen Geschmack verleihen. Wird die Reifezeit verlängert, verstärkt sich sein würziges Aroma: Der Piave DOP überrascht mit einer unverwechselbaren Note. 


Angeboten wird der einzigartige Käse in fünf verschiedenen Reifestadien:

  1. Piave Fresco (Reifung 20-60 Tage, mild und delikat im Geschmack)
  2. Piave Mezzano (Reifung 61-180 Tage, leicht salziger Geschmack)
  3. Piave Vecchio (Reifung mehr als 180 Tage, kraftvoll und fruchtig im Geschmack) 
  4. Piave Vecchio Selezione Oro (Reifung mehr als 12 Monate, recht intensiver Geschmack)
  5. Piave Vecchio Riserva (Reifung mehr als 18 Monate, sehr intensiv und vollendend im Geschmack)

Alle haben die Form eines Zylinders und verfügen über einen ungefähren Durchmesser von 30 cm. Je nach Reifezeit variiert das Gewicht zwischen  5,5 kg - 7 kg. Geschmacklich lässt sich der Käse mit einem jungen Parmigiano Reggiano vergleichen.

Jede der fünf Varianten trägt die begehrte, geschützte Ursprungsbezeichnung "DOP". Im Laufe der letzten Jahre hat der Piave DOP außerdem zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten. Und das ist kaum verwunderlich, denn neben seinem charakteristischen Geschmack punktet der Käse auch mit äußerst geringen Lactose-Werten. Er gilt generell als allergenarmes und gut verträgliches Produkt. 



Die Herstellung
 
Für die Produktion wird ausschließlich unbehandelte Milch aus der Provinz Belluno verwendet. Diese wird mit Substanzen aus besonders veredelter Rohmilch und Milchserum angereichert, welche verschiedene Milchsäurebakterien enthalten und für den Geschmack des Erzeugnisses entscheidend sind. Nach der Gerinnungsphase wird die Käsemasse erhitzt.

Anschließend wird der Käsebruch in die typische Zylinderform gegeben und in Salzlake gebadet. Bei streng kontrollierter Temperatur und Überwachung der Feuchtigkeit werden die Käselaibe im Anschluss eingelagert. Die Reifung kann beginnen.


Schutz durch das  Konsortium

Das DOP-Siegel bestätigt die geschützte Ursprungsbezeichnung eines Produkts und gilt gleichzeitig als höchste Anerkennung der EU für ein hervorragendes Nahrungsmittelerzeugnis.

Über alle hiermit verbundenen Vorschriften wacht das Consorzio per la Tutela del Piave DOP.  Der Käse darf beispielsweise ausschließlich in den Dolomitentälern der Provinz Belluno produziert werden. Das gilt auch für die zur Herstellung erforderliche Milch: Sie darf nur von Kühen ausgewählter Ställe kommen, in denen die Tiere mit speziellem, regionalen Futter ernährt werden. Auch dies spiegelt sich schließlich im Geschmack der Milch wider.

Wie etliche hochwertige Produkte wird auch der Piave DOP aufgrund seiner Beliebtheit oft kopiert. Der typische würzige Geschmack wird aber nie in dieser Form erreicht. Und das ist auch gut so, denn schließlich steckt in den geschützten Produkten nicht nur viel Arbeit, sondern auch Leidenschaft und jahrelange Tradition.


Die Echtheit des Produktes erkennt man unter anderem an der Anordnung des Produktnamens. Dieser ist abwechselnd von oben nach unten in vertikaler Richtung auf der äußeren Rinde eingestanzt.

Auf jedem Laib ist außerdem eine Seriennummer ersichtlich, anhand derer sich Tag, Monat und Jahr der Herstellung ermitteln lassen. Diese befindet sich entweder auf dem äußeren Rand oder auf der oberen, bzw. unteren Fläche des Laibes. Auf der anderen Fläche ist ein Etikett angebracht, das neben der generellen Bezeichnung auch die jeweilige Produktsorte und den Namens des Herstellers trägt.


Verkostung auf der Anuga

Nachdem mir bereits während meiner Recherche das Wasser im Mund zusammenlief, durfte ich den besonderen Hartkäse Anfang Oktober auf der größten Lebensmittelmesse der Welt verkosten!

Zu den jüngeren Sorten Piave DOP, deren Reifung 2-3 Monate beträgt, empfiehlt Alberto Bizzotto (Sales & Marketing Manager des Untermehmens Agriform)ein Glas Weißwein, wie zum Beispiel Custoza oder Lugana. Für länger gereifte Piave-Sorten eignet sich hingegen ein Glas Valpolicella Ripasso. Da ich mit dem Auto angereist, und nur schwer von meinem Lieblingswein abzubringen bin, entschied ich mich für stilles Wasser. 

Zunächst probierte ich den zwei Monate alten Piave Fresco DOP. Er hat eine angenehme, leicht harte Konsistenz und schmeckt mildwürzig. Wirklich lecker, ich war sofort begeistert. Im Anschluss kostete ich ein Stück Piave Vecchio Selezione Oro DOP. Man schmeckt sofort, dass der Käse eine längere Reifezeit hinter sich hat, als sein Vorgänger. Kristallig in seiner Beschaffenheit und äußerst intensiv im Aroma, schmeckte er ebenfalls vorzüglich!

In Italien wird der delikate Hartkäse übrigens gern über Pasta gerieben, pur zu einem Stück frischem Brot gegessen oder zu Polenta gereicht. Dank seiner recht weichen Konsistenz eignet sich der junge Piave DOP aber auch gut als Topping für diverse Salate. 



Das Projekt Nice to eat eu

Hierhinter verbirgt sich eine vom Konsortium zum Schutz des Piave DOP geförderte, und von der Europäischen Union mitfinanzierte Kampagne. Sie soll den Verbrauchern helfen, Produkte mit DOP-Schutzsiegel leichter zu erkennen. 

Im Vordergrund der Kampagne steht Captain Piave: Ein Superheld, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Produkte mit geschützter Herkunftsbezeichnung vor fiesen Nachahmern wie Dr. Fake zu schützen. Dieser Bösewicht hat sogar die Kuh Bruna des Superhelden entführt, um billige Kopien des Piave DOP herzustellen. Aber schaut selbst! :)




Die Kampagne setzt darauf, schon den Kleinsten unter uns aufzuzeigen, wie wichtig Traditionen und Nachhaltigkeit im Bereich der Lebensmittelherstellung sind. Mehr Infos zu dem tollen Projekt findet ihr auf der Homepage der Kampagne. Demnächst werden dort auch vielerlei köstliche Rezepte in Form von Videos zu sehen sein, die den leckeren Piave DOP beinhalten!



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