Wer nach Mailand reist, wird neben dem beeindruckenden Dom und allerhand ausgefallener Mode auch auf etwas äußerst Kurioses stoßen: Die Rede ist von einem Mosaik in Form eines Stieres, dessen Hoden angeblich Glück bringen sollen.
Was es damit auf sich hat und was du tun musst, um das Glück zu pachten, erfährst du in diesem Artikel!
Schlendert man durch Mailand, kommt man nicht umher, der schicken Galleria Vittorio Emanuele II einen Besuch abzustatten. Sündhaft teure Modeläden reihen sich hier dicht aneinander. Doch es lohnt sich, den Blick von den dekorativen Schaufenstern abzuwenden und auch den Boden genauer zu betrachten:
Für die Stadt Turin wählte man hingegen einen Stier aus. Schon
kurz nach Fertigstellung des Mosaiks entstand das Gerücht, dass eine Drehung auf diesem Stier - oder besser gesagt auf seinem besten Stück - Glück
bringen würde.
Den Ursprung dieses seltsamen Rituals kennt niemand so
genau; vermutlich betrachtete man die Stierhoden als Symbol für immerwährende Kraft und Stärke. Und da Aberglaube in Italien bekanntlich eine große Rolle spielt, verbreitete sich das Gerücht in Windeseile auch über die Mailänder Grenzen hinaus.
Dies führte nach und nach dazu, dass die Hoden des Stieres mit den Jahren derart in Mitleidenschaft gezogen wurden, dass die ursprünglichen Mosaiksteinchen zwischenzeitlich durch eine Kuhle ersetzt wurden. Kein Wunder, schließlich besuchen mittlerweile Touristen aus aller Welt die Gallerie, um auf dem besten Stück des Stieres eine Drehung um die eigene Achse zu vollziehen.
Um fortan vom Glück geküsst zu werden, muss man diese Drehung dem Glauben nach übrigens mit der rechten Ferse im Uhrzeigersinn auf der besagten Stelle vollführen - und zwar mit geschlossenen Augen.
Abgesehen von dem abergläubischen Aspekt wird vermutet, dass die seltsame Tradition Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sein könnte, um die verachtende Haltung gegenüber den Savoyen zu verdeutlichen. Auch der Mailänder Schriftsteller Roberto Marelli hat eine Theorie. Demnach soll der Brauch von früheren Universitätsstudenten stammen: Alle Studierenden der örtlichen Universität, die noch nicht die (damalige) Volljährigkeitsgrenze von 21 Jahren erreicht hatten, mussten bei jedem Besuch der Gallerie eine Drehung vollführen, wenn sie an dem Stier vorbeikamen - anderenfalls standen schlechte Leistungen bevor.
Welche Geschichte auch immer stimmen mag: Die verrückte Attraktion zieht nach wie vor etliche Menschen an, sodass das Stier-Mosaik regelmäßig restauriert werden muss und man ein wenig Geduld mitbringen muss, ehe man an der Reihe ist.
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