16 November 2016

Aberglaube in Italien

Hierzulande gelten schwarze Katzen, Freitag der 13. oder zerbrochene Spiegel als Unglücksbringer.

Doch wovor fürchten sich eigentlich die Italiener und was bringt ihnen Glück? In diesem Artikel gibt es die skurrilen Antworten!
 
 



  • In Italien gilt nicht die 13 als Unglückszahl, sondern die 17! Hintergrund ist die Schreibweise der 17 in römischen Zeichen: XVII. Vertauscht man die Buchstaben, so ergibt sich das Wort VIXI, was übersetzt "Ich habe gelebt" bedeutet. Dies kann natürlich auch als "Ich bin tot" interpretiert werden und gilt somit als schlechtes Omen. Eine Kombination mit einem bestimmten Wochentag wie Freitag den 13. gibt es in Italien aber nicht.

  • In der Silvesternacht tragen 99 % der Italiener rote Unterwäsche! Dies bringt angeblich Glück für das kommende Jahr und wird daher auch gern schon zu Weihnachten verschenkt.

  • Ein typisches italienisches Silvestergericht ist übrigens Lenticchie con Cotechino. Das sind braune Linsen, die um Mitternacht zusammen mit einer aus Schweinefleisch bestehenden, pikanten Rohwurst gegessen werden. Die Linsen sollen Münzen symbolisieren und stehen für Geldsegen im neuen Jahr. Je mehr Linsen man isst, desto mehr Geld bekommt man dem Glauben nach!

  • Anders als hierzulande sind Blumen in Italien kein gern gesehenes Mitbringsel. Sie sorgen eher für leichte Skepsis, denn insbesondere Chrysanthemen gelten dort ausschließlich als Friedhofsdekoration! Schnell wird das gut gemeinte Geschenk daher so gedeutet, als würde der Schenker den Beschenkten gern auf dem Friedhof sehen! Rote Rosen für die Liebste (zum Beispiel an Valentinstag oder zum Festa del Bocolo) sind natürlich etwas anderes und daher selbstverständlich erlaubt.

  • Weit verbreitet ist auch die Angst vor dem "bösen Blick". Damit ist ein permanentes Anstarren durch eine fremde Person gemeint, die einem hierbei etwas Schlechtes wünschen könnte. Hiervor schützen die Italiener sich, indem sie im gleichen Moment unauffällig den Zeigefinger und den kleinen Finger von der geballten Faust in Richtung Bogen abspreitzen und dabei leise "Sciò, sciò, sciò!" murmeln. Das Ganze bedeutet soviel wie Husch, husch, husch und soll die negative Energie abwenden. 
  • Das tun sie übrigens auch, wenn sie an einem Krankenhaus vorbeilaufen oder ein Leichenwagen an ihnen vorbeifährt. Ich habe mich schlapp gelacht als ich hörte, dass einige Männer sich dabei auch in den Schritt fassen. Das soll quasi ein Appell an das Leben sein und sie beschützen. 

  • Auch das sogenannte Corno schützt vor dem bösen Blick: Dieser Glücksbringer sieht aus wie eine Chilischote und ist vor allem in Neapel an jeder Ecke erhältlich. 

  • Eine Mütze oder einen Hut aufs Bett zu legen, ist in Italien absolut fatal. Angeblich stirbt danach kurze Zeit später jemand aus der Familie.

  • Fällt ein Glasgefäß zu Boden und zerbricht, so muss man schnell etwas Salz auf das Missgeschick und über die eigene Schulter werfen, damit das Unglück fern bleibt.

  • Weder eine Leiter, noch ein Besen darf hinter eine Tür gestellt, oder angelehnt werden. Eine Abstellkammer ist natürlich eine Ausnahme. ;)

  • Genau wie in Deutschland bringt auch in Italien das Aufspannen eines Regenschirmes innerhalb der Wohnung angeblich Unglück.

  • Auch dürfen die Hände bei Begrüßungen und Verabschiedungen nicht gekreuzt werden.

  • Nicht ganz so verbreitet ist das Ritual am Neujahrsmorgen, an dem man sich an die Bettkante setzt, einen Pantoffel nimmt und diesen hinter sich in Richtung der Zimmertür wirft. Zeigt die Spitze des Pantoffels zur Tür, wird es ein gutes Jahr. Zeigt sie jedoch in die entgegengesetzte Richtung, sollte man lieber im Bett bleiben. ;)



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