04 Oktober 2020

Trattoria, Osteria, Pasticceria - Die italienische Restaurantkultur

Es gibt viele Möglichkeiten, in Italien gut essen zu gehen. Die unterschiedlichen Bezeichnungen der örtlichen Speiselokale geben allerdings häufig Rätsel auf.

Was  verbirgt sich hinter den verschiedenen Lokalitäten und inwiefern unterscheiden sie sich voneinander? All das erfahrt ihr in diesem Artikel!


 
Während  hierzulande meist nur zwischen einem Restaurant und einer Imbissbude unterschieden wird, gibt es in Italien dagegen eine Vielzahl an unterschiedlichen Speiselokalen. Die Krux: Jedes verfügt natürlich auch über seine eigene Bezeichnung! Wer kann kann da schon genau wissen, wo es was zu essen gibt? Nachfolgend ein kleiner Überblick in alphabetischer Reihenfolge:



Enoteca 
Hinter der Enoteca verbirgt sich ein Weinlokal mit einer guten Auswahl an nationalen und internationalen Weinen. Etwas zu essen bekommt man hier wenn überhaupt nur in Form von ausgewählten Kleinigkeiten. Oftmals wird die Enoteca übrigens auch als Vineria bezeichnet.
 

Focacceria
Wie der Name bereits vermuten lässt, bekommt man hier hauptsächlich Focaccia. Das weiche, aus Hefeteig bestehende Fladenbrot wird mit allerlei Zutaten wie z.B. Oliven, Zwiebeln oder Tomaten belegt. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt, sodass für jeden etwas dabei sein dürfte.
 
 
Osteria
Die Osteria ist in der Regel ein kleines, familiengeführtes Restaurant. Anstelle einer großen Speisekarte gibt es eine eher überschaubare Auswahl an meist regionalen Gerichten, die täglich variiert. Hier kann man für kleines Geld sehr gut essen. Der einzige Unterschied zu einer Trattoria besteht übrigens darin, dass in der Osteria meist ein größeres Weinangebot erhältlich ist. 
 
Ursprünglich war die Osteria eine Art Schenke, in die man sich sein Essen selber mitbringen konnte. In der Osteria del Sole in Bologna ist dies sogar heute noch möglich. 
 

Paninoteca

Hier gibt es eine große Auswahl an Panini. Die warmen Snacks gleichen einem flachen Baguette und sind meist mit Tomate und Mozzarella, Thunfisch oder Wurst belegt. Oft kann man in einer Paninoteca auch Sandwiches oder Focaccia kaufen. All diese Leckereien eignen sich übrigens hervorragend als Snack am Strand oder einfach für zwischendurch. 

 
Pasticceria
Die Pasticceria ist eine Mischung aus Bäckerei und Konditorei, in der man verschiedene Gebäckvariationen und Kaffeespezialitäten erwerben kann. Hier gibt es leckere Plätzchen und vorzügliche Kuchen zu kaufen. Die Auswahl fällt schwer!


Piadineria

Hier bekommt man verschiedene Varianten des dünnen, italienischen Fladenbrotes geboten. Das Ganze sieht nicht anders aus, als ein Wrap im Rohzustand. Gefüllt mit den verschiedensten Zutaten wird die Piadina im Anschluss allerdings nichts gerollt, sondern zusammengeklappt.
 

Pizzeria
Wie der Name schon sagt, sind Pizzerien auf die runde, weltweit beliebte Teigspeise spezialisiert. In jeder zweiten bekommt man mittlerweile aber auch mehrere Sorten Pasta zur Auswahl geboten. "Pizza al taglio" deutet übrigens meist auf einen Schnellimbiss hin, in dem man einzelne Pizzastücke auf die Hand serviert bekommt.
 

Ristorante
Dies ist ein klassisches Restaurant, so wie wir es kennen. Hier erhält man also eine komplette Menüauswahl, angefangen bei diversen Vorspeisen, bishin zu verschiedenen Nachtischvariationen und unterschiedlichen Getränken.


Rosticceria
Eine Rosticceria gleicht einer Imbissbude und bietet sowohl warme, als auch kalte Speisen an. Viele davon sind frittiert oder gegrillt. Die Gerichte können sofort verzehrt, oder auch mitgenommen werden. Besonders beliebt sind die sogenannten Arancini: Gefüllte Reisbällchen aus Sizilien.


Spaghetteria

Die nicht ganz so oft vertretene Spaghetteria beschränkt sich auf Nudelgerichte jeglicher Art. 
 
 
Tavola calda
Unter Tavola calda kann man sich ein Schnellrestaurant oder einen Imbiss vorstellen. Hier gibt es meist nur eine Handvoll günstige Menüs, die man nach der Bestellung selbst mit einem Tablett zu seinem Tisch transportiert. 
 

Trattoria
Eine Trattoria ist eine kleinere, familiengeführte Variante eines üblichen Restaurants. Anstelle einer großen Speisekarte gibt es hier eine eher überschaubare Auswahl an meist regionalen Gerichten, die täglich variiert. Genau wie in der Osteria kann man hier für kleines Geld sehr gut essen. Viele Trattorien im Landesinneren haben nur mittags geöffnet und bieten im Gegensatz zu den Trattorien in den nahegelegenen Städten keine Pizza an.
 

 

++Zum Schluss noch ein paar nützliche Tipps!++

  • Entscheidet ihr euch für ein Restaurant, enthält die Rechnung stets ein sogenanntes Coperto. Hierbei handelt es sich um eine kleine Gebühr für das Gedeck, die meist bei 1,00 Euro - 2,50 Euro liegt. Diese Gebühr ersetzt übrigens nicht das Trinkgeld. 
 
  • Wer zu später Stunde noch eine Kleinigkeit essen will, der besucht am besten eine Aperitifbar: Zu dem sogenannten Aperitivo gibt es hier nämlich eine kleine Auswahl an süßen und herzhaften Snacks gratis dazu! Mehr darüber erfahrt ihr in diesem Kurzartikel.

  • Gut zu wissen: Der italienische Begriff "caldo" bedeutet übersetzt übrigens nicht kalt, sondern warm und sorgt daher oft für Missverständnisse. Also: caldo = warm, freddo = kalt.

  • Es ist übrigens immer ratsam, den Kassenzettel (ital. Scontrino) mitzunehmen. In Einzelfällen kann es nämlich vorkommen, dass man auf der Straße von der Steuerpolizei kontrolliert wird. Diese überprüft den separaten Ausweis der Mehrwertsteuer, zu dem die Lokale verpflichtet sind. Kann man keinen Beleg vorweisen, so kann nicht nur der Restaurantbetreiber zu einer Strafe verdonnert, sondern theoretisch auch man selbst wegen Mithilfe belangt werden!
 
  • Wenn ihr einen ganz besonderen Abend verbringen, und ein wirklich außergewöhnliches Abendessen genießen wollt, empfehle ich euch, ein Agriturismo zu besuchen oder über Le Cesarine ein gemeinsames Essen mit Einheimischen zu buchen! 
 
 
 

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