Sonntag, 22. März 2020

Die Batterie - Eine italienische Erfindung

Ob für die Fernbedienung, das Auto oder unsere Lieblingsarmbanduhr - Batterien sind heutzutage in den verschiedensten Ausführungen erhältlich. 

Aber wusstet ihr auch, dass die Erfindung der nützlichen Energiespeicher auf einen Italiener zurückgeht? In diesem Artikel erfahrt ihr mehr!



Es war der Physiker Alessandro Volta (*18.02.1745 - †05.03.1827), der im Jahr 1800 die erste elektrische Batterie erfand. Dabei war ursprünglich eine ganz andere Berufslaufbahn für den gebürtigen Comer vorgesehen: Als Sohn einer wohlhabenden Familie sollte er sich eigentlich auf eine Karriere als Jurist vorbereiten. Doch anstatt sich mit Rechtswissenschaften zu befassen, setzte sich Volta lieber mit Elektrizität auseinander und verschlang etliche Bücher zu dieser Thematik.

Im Alter von 24 Jahren veröffentlichte er seine erste physikalische Arbeit. Einige Jahre später wurde er durch die Erfindung des Elektrophors bekannt, der in kürzester Zeit überall in Europa benutzt wurde. Im Jahr 1774 ernannte man Volta zum Direktor der staatlichen Schule in Como. Mit nur 30 Jahren wurde er schließlich zum Professor für Experimentalphysik berufen. Als er ein Jahr später aufsteigende Gasblasen in den Sümpfen am Lago Maggiore beobachtete, entdeckte er zudem als Erster Methan. Fortan begann er, mit dem brennbaren Gas zu experimentieren. Hierzu entwickelte er die sogenannte Volta-Pistole, die als Vorläufer des Gasfeuerzeugs gilt. Mit Hilfe dieses Geräts konstruierte er schließlich auch dauerhaft brennende Lampen.

Dank seiner zahlreichen Entdeckungen wurde er 1778 Physikprofessor und Lehrstuhlinhaber für Experimentalphysik an der Universität Pavia. Dort erfand er ein Elektroskop zur Messung kleinster Elektrizitätsmengen. Die verschiedenen Messungen versah er anschließend mit eigenen Spannungseinheiten.

Galvani-Statue in Bologna
1792 erfuhr er von den berühmten Froschschenkel-Experimenten des Arztes Luigi Galvani. Während Galvani die Muskelzuckungen jedoch auf animalische Elektrizität zurückführte, erkannte Volta die Ursache in äußeren Spannungen. Der hierdurch entstandene Streit über den Galvanismus führte schließlich zu Voltas langjährigen Untersuchungen und letztendlich auch zur Erfindung der "Voltaschen Säule" - Der Batterie. Erst diese machte die weitere Forschung von magnetischen Eigenschaften elektrischer Ströme und die Anwendung der Elektrizität möglich.

Volta erhielt dafür nicht nur eine Copley-Medaille der Londoner Royal Society, sondern auch eine goldene Ehrenmedaille vom Institut de France. 1801 reiste er nach Paris, wo er Napoleon Bonaparte die Funktion seiner Batterie vorführte. Dieser war so beeindruckt, dass er Volta eine Pension zusprach. Nach der Eroberung Italiens ernannte Napoleon ihn außerdem zum Senator, und später auch zum Grafen.
 

Die Voltastraße in Berlin
Die Maßeinheit für die elektrische Spannung wurde nach Voltas Tod international auf den Begriff "Volt" festgelegt. Auch ein Mondkrater, das Fernheizkraftwerk in Basel, sowie eine Straße im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen sind nach ihm benannt worden. Volta wurde außerdem auf der letzten italienischen 10.000-Lire-Banknote abgebildet, die zwischen 1984 und 2001 ausgegeben wurde.

Seine letzte Ruhestätte befindet sich in einem Comer Ortsteil, der seit 1863 den Namen Camnago Volta trägt. Einen Einblick in das Leben des Genies bietet das Museum Tempio Voltiano. Es liegt ganz in der Nähe der Seepromenade und beinhaltet viele seiner persönlichen Gegenstände und Instrumente. 


Gnocchi - Eine Erfindung Voltas?
Was übrigens kaum jemand weiß: Es war auch Volta, der seinerzeit die Kartoffel von Savoyen mit nach Italien brachte. Die Knolle galt zu diesem Zeitpunkt noch als giftig. Von einem Apotheker am Hof von Ludwig XVI. erfuhr Volta jedoch, dass man sie durch Kochen genießbar machen konnte. 

So brachte er einige Pflanzen mit nach Como und baute daheim Kartoffeln an. In der Küche war er ebenso experimentierfreudig wie in der Physik, sodass man ihm auch die Erfindung der Gnocchi nachsagt.



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