Sonntag, 22. September 2019

Wie Neapel zu seinem Namen kam

Schon vor etlichen Jahren erzählte man sich, dass im Golf von Neapel Sirenen ihr Unwesen treiben. Mit ihrer Schönheit und dem betörenden Gesang zogen sie angeblich zahlreiche Seemänner in ihren Bann und führten etliche Schiffsbrüche herbei. Niemand war davor gefeit. Außer Odysseus.

Was das Ganze mit dem Stadtnamen von Neapel zu tun hat, erfahrt ihr in diesem Kurzartikel!



Li Galli - Auch hier sollen Sirenen gelebt haben
Der griechischen Mythologie zufolge soll Odysseus sich den Kopf darüber zerbrochen haben, wie er sein Schiff samt Mannschaft unbeschadet durch den von Meerjungfrauen bewohnten Golf von Neapel lenken kann. Kurzerhand verschloss er seinen Männern die Ohren mit Wachs, damit sie vor dem Gesang der Sirenen geschützt waren. Sich selbst ließ er anschließend an den Mast des Schiffes binden, um nicht wie unzählige seiner Vorgänger auf den Meeresgrund gezogen zu werden.

Es dauerte nicht lang, bis sich in den Tiefen des Meeres drei Meerjungfrauen blicken ließen. Mit aller Macht versuchten sie, Odysseus und seine Mannschaft auf den Grund der See zu locken. 


Eine der Nixen hörte auf den Namen Parthenope. Sie war die Schönste von allen und hatte schon etlichen Seemännern den Tod gebracht. Zum ersten Mal scheiterte sie nun. Aufgrund ihrer Niederlage stürzten sich die drei Sirenen ins Meer und setzten ihrem Leben ein Ende.  

Parthenope wurde daraufhin angeblich tot in einer Bucht vor Neapel angeschwemmt. Dort befand sich zur damaligen Zeit eine antike Gemeinde, die etwa 700 v. Chr. von griechischen Siedlern gegründet wurde. Die Stadt erhielt den Namen  Parthenope und breitete sich immer weiter aus, bis schließlich um 500 v. Chr. nordwestlich der Gemeinde eine zweite griechische Stadt gegründet wurde, die man Neapolis ("Neue Stadt") nannte. Hiervon leitet sich das heutige Neapel ab. Die ursprüngliche Gemeinde Parthenope bekam den Zweitnahmen Paläopolis ("Alte Stadt"). Als literarische Umschreibung für Neapel ist der Name Parthenope nach wie vor geläufig. 

Heute befindet sich an der Stelle, an der die Meerjungfrau der Legende nach angespült worden sein soll, das Castell dell’Ovo. Außerdem wurde die Straße entlang der Küste nach der Sirene benannt (Via Partenope).


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