Sonntag, 1. September 2019

Bekannte Schädel des Cimitero delle Fontanelle

Wie im letzten Artikel bereits erwähnt, geht es heute um die beiden berühmten Totenköpfe des neapolitanischen Friedhofs Fontanelle. 

Erfahrt mehr über den "Capitano" und den Schädel von Donna Concetta!






Il Capitano
Im hinteren Bereich des Cimitero delle Fontanelle ruht ein Schädel, der über ein markantes Merkmal verfügt: Der sogenannte Capitano (deutsch: Kapitän) hat ein blaues Auge und unterscheidet sich damit von all den anderen unzähligen Totenköpfen, die man auf dem düsteren Friedhof vorfindetÜber die seltsame Färbung seiner linken Augenhöhle erzählen die Neapolitaner sich eine grausige Geschichte...


Der mysteriöse Schädel des Kapitäns sorgt für Gänsehaut
Im Rahmen des Anime pezzentelle genannten Rituals (Mehr Infos hier) nahm sich eine junge, zukünftige Braut dem Schädel des Kapitäns an, um für seine verlorene Seele zu beten. Sie ging oft auf den Friedhof, um ihn zu besuchen und schenkte ihm viel Aufmerksamkeit. Dem eifersüchtigen Verlobten der Frau war dies ein Dorn im Auge und so bestand er darauf, sie bei ihrem nächsten Besuch zu begleiten. Sie willigte ein und nahm ihn kurz darauf mit zum Cimitero delle Fontanelle. Als sie anfing zu beten, nahm ihr Verlobter jedoch aus lauter Missgunst einen Stock und stieß ihn feindselig in die Augenhöhle des Schädels. Spöttisch lud er den Kapitän zur Hochzeit ein und verließ lachend den Friedhof.


Am Tag der Hochzeit erschien unter den Gästen ein Mann in Uniform. Niemand kannte ihn, und auch das frisch vermählte Brautpaar hatte ihn noch nie zuvor gesehen. Interessiert fragte der Bräutigam den Unbekannten daher am Abend, wer er sei. Mit einem Mal verdunkelte sich der Himmel und etwas Bedrohliches lag in der Luft. Langsam wandte der uniformierte Mann sich dem Bräutigam zu. "Du hast mich zur Hochzeit eingeladen, als du mein Auge mit einem Stock blind geschlagen hast. Erinnerst du dich?" zischte er höhnisch. Der Bräutigam erstarrte. Noch bevor er etwas erwidern konnte, zeigte der Kapitän sein wahres Gesicht und brachte den Tod über die gesamte Hochzeitsgesellschaft. Die sterblichen Überreste des jungen Brautpaares sollen sich angeblich unter der Statue des Priesters Gaetano Barbati befinden, die sich ebenfalls im hinteren Bereich des Friedhofs befindet.




Der schwitzende Schädel
Auch dieser Totenkopf verfügt über eine Besonderheit: Im Gegensatz zu den anderen ist er nicht von Staub bedeckt, sondern seltsamerweise immer makellos poliert und nass. Viele glauben, dass er von den qualvollen Leiden des Fegefeuers in Schweiß getränkt ist, was dem "schwitzenden Schädel" (ital. La capa che suda) seinen Namen einbrachte. Man findet ihn im linken, hinteren Bereich des Friedhofs. Aufgrund seiner besonderen Geschichte wird er noch heute von Menschen aus der ganzen Welt besucht:

Gut zu erkennen: Im Bereich der Glabella ist der Schädel nass
Der Legende zufolge lebte vor etlichen Jahren eine Frau namens Donna Concetta im Stadtviertel Sanità. Ihr innigster Wunsch war es, ein Kind zu bekommen. Bisher war ihr das Glück nicht gesonnen und so beschloss sie, eine verlorene Seele aus dem Fegefeuer um Hilfe zu bitten. Entschlossen ging sie zum Friedhof und wählte einen Schädel aus, für den sie fortan betete. Voller Hingabe strich sie ihm bei jedem Gebet sanft über das kalte Stirnbein und hoffte von Herzen, dass ihr Wunsch erhört würde. Tatsächlich dauerte es nicht lange und die Frau wurde schwanger. Neun Monate später brachte sie ein gesundes Kind zur Welt und war überglücklich. 


Als sie eine Weile später zum Friedhof ging, um sich bei dem Schädel zu bedanken, fiel ihr ein sonderbares Licht auf, das diesen umgab. Von diesem Tag an schwor die junge Mutter ihm ewige Treue und besuchte den Schädel regelmäßig, solange sie lebte.

Im Laufe der Zeit sprach sich Donna Concettas Geschichte herum. Etliche Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch kamen in die Friedhofshöhle, um für die Seele des gnädigen Schädels zu beten. Bis heute gilt der schwitzende Totenkopf als Glücksbringer. Davon zeugen die vielen Kinderfotos und Geschenke, die nach wie vor im Bereich des Schädels niedergelegt werden.


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