Freitag, 10. März 2017

Die Geisterinsel Poveglia...

Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie ich von dieser Insel erfahren habe. Das Internet ist jedenfalls voll von Geschichten rund um die angeblich verfluchte Insel. So kam auch ich irgendwann in Versuchung, mich mit Poveglia zu befassen. Alles Hokuspokus oder ist an den Geschichten tatsächlich etwas dran? 

Traut euch und erfahrt mehr über die von den Italienern gefürchtete Insel... ;)


Poveglia ist eine zu Venedig gehörende Insel. Sie ist nur etwa 7,5 ha groß und soll zu einem Großteil aus Asche bestehen. Diese stammt angeblich von den vielen Menschen, die im 17. Jahrhundert der Pest zum Opfer fielen und auf der Insel verbrannt wurden. In einigen Artikeln ist sogar von Knochenresten die Rede, die nach wie vor auf der Insel verstreut sein sollen.

Die eigentliche Schauergeschichte von Poveglia hat ihren Ursprung allerdings in der damaligen Klinik der Insel. Hier soll ein blutrünstiger Professor lobotomische Eingriffe und andere grausame Experimente an den Patienten durchgeführt haben, bis diese qualvoll starben. Am Ende soll er wahnsinnig geworden sein und sich vom Kirchturm der Insel gestürzt haben. Noch heute kann man in der Nacht angeblich die Schreie der verlorenen Seelen hören, die niemals ihren Frieden finden konnten ... ;)

Mit den Jahren sind die Mauern des alten Krankenhauses samt der noch vorhandenen Gerätschaften, Betten und Stühle vollends mit der Natur verwachsen und geben auf merkwürdige Art und Weise eine schaurig schöne Kulisse ab. Kaum vorstellbar, dass Poveglia seit 1970 komplett verlassen und unbewohnt ist. Ohne weiteres ist die Insel übrigens nicht zugänglich: Viele Italiener verweigern eine Überfahrt dorthin.

Im Jahr 2014 veranlasste der venezianische Staat schließlich eine Auktion. Dem Meistbietenden sollte ein Nutzungsrecht von 99 Jahren für die Insel eingeräumt werden. Aus Angst, Poveglia könnte für den Bau einer Luxushotelanlage von einem Großinvestor ersteigert werden, gründete sich kurze Zeit später der Verein "Poveglia per tutti". Zunächst ersteigerte ein Millionär namens Luigi Brugnaro mit einem Gebot von 513.000,00 Euro das Nutzungsrecht für die Insel. Der Staat erachtete das Gebot jedoch später als unzureichend und lehnte es daher ab. Nun soll auf der Insel ein öffentlicher Park entstehen.

Was im Zusammenhang mit Poveglias Schauergeschichte ebenfalls interessant ist:
Bis zu seinem Tod im Jahre 1993 war Raul Gardini Eigentümer der Insel. Dieser kaufte seinerzeit auch den in Venedig stehenden "Palazzo Dario" für seine Tochter, der noch heute weitestgehend von den Venezianern umgangen wird. Denn auch dieser Palast gilt als verflucht und diverse Geschichten ranken sich um dessen Besitzer und Eigentümer. Allesamt erfuhren heftige Schicksalsschläge, die man massig im Internet nachlesen kann.

Was Gruselgeschichten angeht, hat Italien also auch einiges zu bieten! Vielleicht schaffe ich es ja, den Palazzo Dario während meines Venedig-Kurztrips im April aufzusuchen und ein paar Schnappschüsse online zu stellen. :)


Erfahrt auch mehr über San Michele, die Friedhofsinsel von Venedig.


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