Dienstag, 19. Dezember 2017

Eine deutsch-italienische Freundschaft

Sam lebt in Kalabrien, ich wohne im Ruhrgebiet. Mehr als 2.000 Kilometer Entfernung liegen zwischen uns und machen ein spontanes Treffen nicht gerade einfach. Vorletzte Woche haben wir uns nach langer Zeit endlich wiedergesehen!

Erfahrt mehr über meine Freundschaft zu Sam und unser Wiedersehen!



Es ist Freitag, der 08. Dezember 2017. Als ich gegen 15:00 Uhr den Düsseldorfer Flughafen erreiche, fallen vereinzelt die ersten Schneeflocken vom Himmel. Ich eile in den Ankunftsbereich, wo Sams Maschine kurz zuvor gelandet ist. Über zwei Jahre sind vergangen, seit ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Umso größer ist nun die Vorfreude auf das Wiedersehen.


Kennengelernt haben wir uns im September 2015. Damals habe ich 10 Tage Urlaub in Capo Vaticano (Kalabrien) gemacht. Als Manager des L´Arcobaleno Resort hat Sam uns zunächst mit Rat und Tat zur Seite gestanden, was diverse Ausflüge betraf. Doch schon kurze Zeit später saßen wir abends oft noch gemeinsam in der zur Anlage gehörenden Bar und unterhielten uns über Gott und die Welt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich zu diesem Zeitpunkt Aperol Spritz noch nicht kannte und Sam mir ein besonders großes Glas davon servierte.



Es folgten viele Gespräche und schließlich auch der Austausch der Handy-Nummern. Am letzten Abend vor unserer Abreise schmiss Sam den Grill an und wir saßen bis spät abends bei fangfrischem Fisch und gekühlten Getränken zusammen.

Seit jeher stehen wir in ständigem Kontakt. Anfangs waren es hauptsächlich Weihnachts- und Geburtstagsgrüße. Doch schon kurze Zeit später wurden daraus Telefonate und viele weitere Nachrichten über WhatsApp. Der Gesprächsstoff ging uns nie aus.


Wir erzählten uns die neusten Ereignisse und sprachen über Arbeit, Freunde und bevorstehende Urlaube. Auch bei Problemen holten wir den Rat des anderen ein. Manchmal ist es gerade die Entfernung, die einem eine gute Sicht auf die verschiedenen Dinge ermöglicht. Außenstehender und unbeteiligter kann man bei so einer Distanz schließlich kaum sein.

Zu meinem 30. Geburtstag schien endlich ein Treffen in Sicht. Ich hatte bereits Flüge und eine Unterkunft in Rom gebucht und Sam wollte uns mit seiner Freundin, die in Rom arbeitete, besuchen. Wie das Schicksal manchmal so spielt, endete die Beziehung jedoch abrupt und das Treffen fiel flach. Umso mehr freute ich mich, ihn nun ein Jahr später in Deutschland in Empfang zu nehmen.

Als Sam mit seinen zwei Koffern um die Ecke kam, erkannte ich ihn sofort. Grinsend lief er auf mich zu und nahm mich zur Begrüßung in den Arm. Es schien, als wäre seit unserer letzten Begegnung kaum Zeit vergangen. Wir setzten uns in ein Café und verbrachten die nächsten zwei Stunden dort. 


Es gab so viel zu erzählen! Ununterbrochen quatschten wir in einem deutsch-italienischen Mischmasch über dieses und jenes und schossen etliche gemeinsame Fotos. Zwischendurch schauten wir uns immer wieder ungläubig an und mussten lachen. Es war schön und verrückt zugleich, sich nach so langer Zeit endlich wieder von Angesicht zu Angesicht unterhalten zu können.


Die Zeit verging wie im Flug. Ehe wir uns versahen, war es 17:30 Uhr und wir mussten uns langsam auf den Weg nach Krefeld machen. Dort warteten schon weitere Freunde von Sam, die sich auf seinen Besuch freuten. Die nächsten Tage bis zu seiner Rückkehr nach Kalabrien würde er dort verbringen. Gegen 18:00 Uhr trafen wir schließlich dort ein. Die Verabschiedung war keineswegs traurig, denn wir wussten, dass wir uns früher oder später wiedersehen würden.


Als ich am Abend den Laptop anwarf, hatte Sam bereits ein paar Videos auf Facebook hochgeladen. Ich schaute zu, wie er mit seinen Freunden durch den Schnee lief und im Anschluss alle gemeinsam im Wohnzimmer zu italienischer Musik sangen und tanzten. Freunde zu haben, bei denen man sich zu Hause fühlt, obwohl man in einem anderen Land ist und sich vielleicht eine Weile nicht gesehen hat, ist etwas ganz Besonders. Questa è amicizia vera - Das ist wahre Freundschaft!




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