Donnerstag, 1. Dezember 2016

Der zweite Tag in Rom

Obwohl ich natürlich auch neugierig auf die Dinge war, die ich bisher noch nicht von Rom gesehen hatte, stand für mich außer Frage wohin es an diesem sonnigen Novembertag gehen sollte: Zu einem der beeindruckensten Gebäude der Welt, dem Petersdom. 

Diesmal allerdings mit mehr Hintergrundwissen und neuen Too-see-Punkten!




Um auf dem Weg zum Dom bereits einige Sehenswürdigkeiten abklappern zu können, hatte ich den Wecker für 7:00 Uhr gestellt.  
Der Weg führte allerdings - wie sollte es auch anders sein - zuerst in eine Pizzeria. Mit einem leckeren, bunten Stück Pizza auf der Hand schlenderten wir anschließend wie schon am Vorabend zunächst zur Piazza della Rotonda.


Während ich ins Pantheon lief, erinnerte ich mich an meinen ersten Besuch hier. Damals im Mai schüttete es wie aus Eimern und ich hatte fasziniert beobachtet, wie die Regentropfen durch die runde Öffnung des riesigen Kunstwerkes prasselten. Umso merkwürdiger erschienen mir Ende November nun die erstaunlich warmen Sonnenstrahlen, die durch die offene Decke ins Innere des Gebäudes fielen.



Da wir gut in der Zeit lagen, steuerten wir nach dem Pantheon noch einmal den Trevibrunnen an. Im Vergleich zu gestern Abend waren an diesem Vormittag bereits mehrere Besucher unterwegs und auch die Selfie-Stick-Mafia hatte sich längst unter die bunte Menschenmasse gemischt.  
Wir liefen weiter in Richtung Petersdom, überquerten schließlich die Ponte Sant´Angelo und sahen die Fassade der Engelsburg empor. Blinzelnd blickte ich zu der goldenen Kugel des Petersdoms, die im Sonnenlicht glänzte. Mittlerweile war es spürbar wärmer geworden und wir stopften unsere Jacken in den Rucksack.

Als wir schließlich auf den Petersplatz gelangten, traute ich meinen Augen kaum! Einige Bauarbeiter waren gerade dabei, die riesige Tanne für die Weihnachtszeit aufzustellen. Es war fast das gleiche Bild, wie ich es in einer Klatschzeitschrift bei einem Friseurbesuch im vergangenen Jahr entdeckt hatte. Ich weiß noch genau, wie ich damals dachte: "Zur Weihnachtszeit in Rom... Das hätte bestimmt auch was! Vielleicht kann ich hier meinen 30. Geburtstag verbringen..."  

Im Nachhinein betrachtet war die Zeit so schnell vergegangen, dass ich glaubte, die Trockenhaube des Friseures hätte mich soeben hierher gebeamt...



Ich lief zu einem der Bauarbeiter rüber und fragte, wann die Tanne wohl fertig geschmückt sei. Dies sollte allerdings erst am 09.12. der Fall sein und das bedeutete, ich würde sie nicht mehr beleuchtet sehen können. Traurig wollte ich mich gerade umdrehen, als der freundliche Mann mir bedeutete, kurz zu warten. Wenig später kehrte er mit einem Tannenzapfen des Baumes zurück und schenkte ihn mir. Ich freute mich wie ein kleines Kind! So habe ich nun auch zuhause noch etwas von der schönen Tanne des Papstes. :)

 
Dann ging es hinauf auf die Kuppel. Der Eintritt hatte sich seit meinem Besuch im letzten Jahr um einen Euro erhöht. Dennoch lohnt es sich, die 8,00 Euro (mit Aufzug), bzw. 6 Euro (ohne Aufzug) und den im wahrsten Sinne des Wortes schrägen Aufstieg in Kauf zu nehmen. Der Ausblick auf Rom von hier oben aus ist und bleibt einfach unbeschreiblich!


Bei strahlend blauem Himmel suchten wir in der Ferne nach den verschiedenen Sehenswürdigkeiten und sahen zu, wie die Menschen sich wie Ameisen auf dem Petersplatz tummelten. Als wir uns an der Miniaturwelt sattgesehen hatten, ging es noch in den Souvenirshop. Ich wollte schon immer mal eine Postkarte in den mitten auf dem Dom gelegenen Briefkasten werfen;) Außerdem kaufte ich noch einen Ring, auf dem das Vaterunser auf italienisch verfasst war. Danach ging es hinein in den Dom. Ich hatte mir fest vorgenommen, dieses Mal nach dem Petrusgrab zu suchen und hoffte, dieses auch ohne eine Führung durch die Nekropole irgendwie zu Gesicht zu bekommen. Und ich hatte Glück!


Was viele nämlich nicht wissen: Man muss nicht zwingend eine solche Führung buchen, um einen Blick auf das sagenumwobene Grab werfen zu können. Dieses befindet sich zwar direkt unter dem imposanten Baldachin und ist dem ersten Anschein nach nur über die verschlossenen Marmortreppen zu erreichen. Allerdings gelangt man über eine weitere Treppe ebenfalls eine Etage tiefer in den Dom. Diese Treppe liegt ein Stück weiter links vom Baldachin, direkt rechts neben dieser großen Statue (s. u.).

Hier trennen den Besucher nur einige Meter Abstand und eine polierte Glaswand von dem berühmten Petrusgrab. Dort stand ich nun und konnte kaum fassen, dass ich die Treppe bei meinem ersten Besuch des Domes nicht bemerkt hatte. Vor der Glasplatte stand ein Kardinal und betete im gleichen Moment das Vaterunser auf italienisch. 
Das war schon eine unglaubliche Atmosphäre!



Als wir den Dom später verließen, fiel mir das Relief wieder ein! Die wahrscheinlich am häufigsten fotografierte Platte aus dem Film Illuminati wollte auch ich zumindest mal gesehen haben. Allerdings war genau dieser Teil des Platzes wegen dem Aufbau des Weihnachtsbaumes gesperrt. Mit ausgestreckten Armen und auf Zehenspitzen stehend gelang mir dann aber doch noch ein - wenn auch nicht so gelungenes- Foto von dem Relief. 

Aber was soll´s, schließlich hatte ich etwas viel, viel besseres: Meinen Tannenzapfen! ;)

Hier geht's zu meinem dritten Tag in Rom!


 

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