Stromboli

Verbringt man seinen Urlaub auf Sizilien oder in Kalabrien, bietet sich die Möglichkeit, die insgesamt sieben vor Sizilien gelagerten liparischen Inseln zu besichtigen. Von Vulcano, Lipari, Salina, Filicudi, Alicudi, Panarea und Stromboli ist letztere wohl die bekannteste. Mit ihrem gleichnamigen Vulkan ragt sie aus dem Meer heraus und lockt eine Vielzahl neugieriger Besucher zu sich.



Stromboli
 
Angebote hierfür liegen bereits in den meisten Hotels aus. Ansonsten bekommt man in den umliegenden Städten fast überall einen Flyer von Promotern in die Hand gedrückt. Die Tickets könnt ihr entweder direkt dort oder in den kleinen Tickethäuschen am Hafen erwerben. Wählen kann man dann zwischen einer normalen Überfahrt und einigen Aktivausflügen, welche zusätzlich einen Aufstieg zum Vulkan mit entsprechenden Guides beinhalten. Die meisten Touren werden übrigens auf deutsch, englisch und italienisch geführt. Es gibt aber noch eine weitere Tour, für die ich mich 2015 von Kalabrien aus entschieden habe:



"Stromboli by night"
Für 35,00 Euro wird man nachmittags vom Hafen in Tropea oder Vibo Marina mit dem Schiff zu Stromboli gebracht. Hier hat man nach der ca. zweistündigen
Überfahrt zunächst einen Aufenthalt von etwa 3 ½ Stunden vor OrtIn dieser Zeit kann man ohne Eile den kleinen Ortskern besichtigen, etwas essen gehen, durch die kleinen Souvenirgeschäfte stöbern oder an dem schwarzen Strand baden gehen und dabei die Sicht auf "Strombolicchio" (eine kleine, der Insel vorgelagerte Felsklippe mit einem hübschen Leuchtturm oben drauf) genießen.

Bei Einbruch der Dämmerung wird man dann vom Schiff eingesammelt und zur Nordwestseite der Insel gebracht. Dort beginnt dann der spannende Teil der Tour, denn hier liegt die "Sciara del Fuoco": Der Bereich des Vulkans, oberhalb dessen sich die Krater befinden. Etwa alle 20-25 Minuten kann man dann vom Wasser aus Eruptionen erkennen. Diese zeigen sich durch Rauchwolken und rötliche Lichter. Wenn die Eruptionen stark genug sind, kann man beobachten, wie ein meist kleiner Schwall Lava des Vulkans an der Sciara del Fuoco herunterläuft. Gegen 23:00 Uhr erreicht ihr danach anschließend wieder euren Ursprungshafen.

Auf Stromboli ist es erstaunlich grün

Der schwarze Strand

Der Strombolicchio


Achtung!
Die "Stromboli by night"-Tour findet nur an bestimmten Wochentagen (bei uns war es donnerstags) statt! Informiert euch also am besten schon vorher am Hafen oder an den Infoständen über die entsprechenden Tage. Herrscht starker Wind, fahren die Boote nicht raus! Aber keine Sorge, falls ihr die Tickets schon im Voraus gekauft habt: Das Geld erhaltet ihr in diesem Fall zurück.


Gut zu wissen:
Ein bewachter Parkplatz im Hafengelände von Tropea kostet
5,00 Euro für den ganzen Tag. Ursprünglich wollten wir unseren Mietwagen an der Via Baeumer E.2 vor dem kleinen Wäldchen auf der nicht blau markierten Fläche parken. Aber selbst die Einheimischen konnten uns nicht sagen, ob wir dort stehen bleiben dürfen. Also haben wir die 5,00 Euro für den Hafenparkplatz sicherheitshalber in Kauf genommen.



Lohnt sich die "Stromboli by night"-Tour?
Natürlich habe auch ich mir diese Frage vor meinem Urlaub gestellt und hierzu
sämtliche Erfahrungsberichte im Internet gelesen. Von "Wow, große klasse!" bis "Lächerlich, wir haben überhaupt nichts gesehen" war alles dabei.
Ich persönlich finde, ES HAT SICH GELOHNT!
Allein die Fahrt war für mich (von den rd. 70 % seekranken Menschen an Bord einmal abgesehen...) schon ein Highlight. Wir haben unzählige fliegende Fische gesehen und manchmal kann man unterwegs sogar Delfine sichten! Auch die Rückfahrt bei sternenklarer Nacht und Mondlicht war sehr romantisch.


Aber: Wer sich unter den Eruptionen des Stromboli jedoch eine riesige Ladung Lava vorstellt, die alle paar Minuten die Sciara del fuoco ins Meer hinunter strömt, den muss ich enttäuschen. Oft braucht es erst mal Geduld, bis man überhaupt etwas sehen kann. (Die hellen Blitzlichter, die man als erstes sieht, sind meist nur die Kamerablitzlichter der Leute, die den Stromboli erstiegen haben und von dort oben aus schon fleißig knipsen;) ) Dann steigen meist erste, rötlich schimmernde Rauchwolken auf. Zwischendurch sind sprühfunkenähnliche Lichter zu erkennen und ein lautes "Oooooh!!" geht durch die Passagiermenge. Und dann wird drauf losgeknipst, was das Zeug hält. Ich habe fast einen Wutanfall bekommen. Schließlich wollte ich in der Dunkelheit die glühende Lava sehen und nicht von den grellen Kamerablitzlichtern erblinden!


Daher mein Tipp:
Schaut euch das Spektakel nicht von Deck aus an, sondern aus der Innenkabine! Auch wenn es verlockend ist: Einen Platz an Deck wollen ALLE und durch das ganze Geblitze dort habt ihr dann kaum eine Chance, etwas zu sehen.


Noch etwas:
Vergesst Fotos, wenn ihr nicht gerade im Besitz einer richtig, richtig guten Kamera seid! Ich habe so viel wertvolle Zeit damit verschwendet, ein vernünftiges Bild mit dem Handy und meiner Sony Cyber-Shot hinzukriegen und habe trotz unzähliger Einstellungen doch nix erreicht. Schaut euch das Spektakel lieber so an, statt durch die Kamera. Auch wenn man solche einzigartigen Augenblicke am liebsten einfangen würde: Es lohnt hierbei einfach nicht. Zur Verdeutlichung ist hier eines meiner Fotos:


Der rote Fleck in der Mitte ist die Lava :)



Wichtig:
Die Überfahrt kann einem ziemlich lang vorkommen. Erst recht, wenn man entweder selbst seekrank ist oder den anderen Passagieren an Bord beim Reiern über die Reeling zuhören muss. Zwar gibt es für den Fall, dass euch  schlecht wird, auch Plastiktüten an Bord. Allerdings sollte man doch besser direkt ein Mittel gegen Reisenkrankheit einnehmen, wenn man sich nicht sicher ist! Es herrscht oft ziemlich hoher Wellengang auf dem Weg nach Stromboli und das kann zu einer echten Qual werden, wenn es einem nicht gut geht.



Zu guter Letzt:
Pizza Capricciosa - Preis 11,00 Euro
Kurz vor der Ankunft auf Stromboli wird euch das
Restaurant "Da Luciano" von der Tourleitung empfohlen. Ich habe das Restaurant getestet. Mein Fazit: Natürlich ist das Restaurant - wie fast alle auf dieser kleinen Insel - etwas überfüllt und dadurch nicht gemütlich, sondern wuseligDennoch haben wir einen hübschen Platz auf der großen Terrasse mit Blick auf das Meer ergattert und dort eine der leckersten neapolitanischen Pizzen der Welt gegessen!



  

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