Sonntag, 3. Februar 2019

Moka! Die italienische Antwort auf Tassimo & Co.

Es gibt kaum jemanden, der das markante Kaffeekännchen nicht kennt. Kein Wunder, denn die sogenannte "Moka" hat längst Kultstatus in Italien erlangt.

In diesem Artikel erfahrt ihr mehr über den achteckigen Liebling der Italiener! (Hinweis: Der Artikel enthält die Erwähnung eines Herstellers).



Völlig gleich, ob man seinen Kaffee in Italien an der Bar, im Restaurant oder zu Hause genießt: Überall wird großen Wert auf Qualität und Geschmack gelegt. Während hierzulande jedoch immer mehr Kapselmaschinen den Markt erobern, bleiben die Italiener ihrer Moka (auch Caffettiera genannt) treu. Das kleine Kännchen hat nicht nur einen festen Platz in den Haushalten der Italiener gefunden, sondern auch in ihren Herzen. Und das schon seit mehreren Jahrzehnten.


Das Original stammt von dem Hersteller "Bialetti" und wurde im Jahr 1933 von Alfonso Bialetti (*01.01.1888 - 31.12.1970) entwickelt. Sein Sohn Renato Bialetti vermarktete das kleine Wunderwerk nach dem zweiten Weltkrieg und machte die "Moka Express" weltweit bekannt. Nach seinem Tod wurde Renato Bialetti sogar in einer übergroßen Mokakanne statt in einer Urne beigesetzt.

Eine originale Bialetti erkennt man übrigens an dem kleinen Männchen mit dem erhobenen Zeigefinger. Es symbolisiert den Erfinder der Moka und trägt den Namen "Omino con i baffi". Übersetzt bedeutet das soviel wie "Kleiner Mann mit Schnurrbart".  


Während die damalige Variante des italienischen Kaffee-Perkolators ausschließlich aus Aluminium bestand, werden heutzutage auch diverse Edelstahlmodelle hergestellt. Die klassische Moka hat acht Ecken und besteht aus drei Teilen: Dem Kannenunterteil (auch Kessel genannt), dem Trichtereinsatz, und dem Kannenoberteil. Der Kessel wird übrigens nach wie vor von Hand gefertigt.   

Der mit der Caffettiera zubereitete Kaffee schmeckt aromatisch und kräftig und damit ähnlich intensiv, wie in einer Bar. Nicht umsonst lautete der Werbeslogan von Bialetti "In casa un espresso come al bar." - Zuhause einen Espresso wie im Café. Mit dem Kaffeetyp "Mokka" hat das Kännchen übrigens nichts zu tun. 



So weit, so gut! Aber wie benutzt man die italienische Kaffeekanne?

Für die Zubereitung wird der untere Teil zunächst mit Wasser gefüllt. Anschließend wird der Trichtereinsatz aufgesetzt und mit Kaffeepulver befüllt. Danach wird das Kannenoberteil aufgeschraubt. Nun wird das Kännchen auf dem Kochfeld platziert und langsam auf mittlerer Stufe erhitzt. Beginnt das Wasser zu kochen, entsteht Dampf im Kessel. Hierdurch bedingt entsteht ein Überdruck, der das heiße Wasser durch das im Trichtereinsatz befindliche Kaffeepulver drückt. Der Kaffee steigt folglich im Steigrohr auf und fließt anschließend in den oberen Teil der Kanne. Zum Schluss ertönt ein Blubbern und es beginnt zu dampfen. Nun kann der Kaffee von der Herdplatte genommen werden. Je höher die Temperatur ist, desto schneller wird das Wasser durch das Kaffeepulver gedrückt. Verbleibt die Moka jedoch zu lange auf der Kochstelle, entwickelt der Kaffee einen bitteren Geschmack. In diesem Kurzvideo könnt ihr euch das Ganze einmal genauer ansehen:


Einige Moka-Modelle, wie z. B. die "Brikka", verfügen über ein zusätzliches Druckventil. Dieses hält das Wasser im Kessel so lange zurück, bis ein zusätzlicher Druck erreicht ist. Erst dann wird der Kaffee durch das Ventil gedrückt, was eine leichte Crema zur Folge hat. 

Damit die Caffettiera keinen fremden Geschmack aufnimmt, wird sie übrigens traditionell ausschließlich mit Wasser, und somit ohne Zusätze gereinigt. Hierdurch bedingt setzt sich bereits nach kurzer Zeit die typische, bräunliche Platina an.


Zu den Vorteilen der Moka zählt neben dem besonderem Aroma zweifelsfrei die Tatsache, dass sie umweltfreundlich und platzsparend ist. Zudem ist sie nicht nur zeitlos, sondern auch ein echter Hingucker. 

Der Nachteil ist, dass die Aluminiumvarianten nicht mit Induktionskochfeldern kompatibel sind und wegen möglichen, sich lösenden Aluminiumpartikeln etwas umstritten sind.



Mehr über die italienische Kaffeekultur erfahrt ihr in diesem Artikel!


1 Kommentar:

  1. Sehr schön erläutert, ich bekomme richtig Lust auf Kaffee beim Lesen !!

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